Das Verbundstudium der nordrhein-westfälischen Fachhochschulen
Beim Verbundstudium der nordrhein-westfälischen Fachhochschulen, in dem mittlerweile fast 3000 Studierende eingeschrieben sind, handelt es sich um eine Kombination von Fern- und Präsenzstudium an Fachhochschulen. Es setzt sich zusammen aus Präsenzphasen - in der Regel 14-täglich samstags an den beteiligten Fachhochschulen - und Lernen mit Medien (Vorlesungen und Übungen vermittelt über Lerneinheiten, Angebote in der eLearning-Umgebung und Multimediaanwendungen) in Selbststudienabschnitten. Hinzu kommt ein weiterer Selbstlernanteil mit der selbstständigen Anwendung fachlicher und wissenschaftlicher Methoden: Arbeiten in Lerngruppen, in der Praxis und im Beruf, in Projekten, in Teams usw. u.a. mit dem Ziel des vertieften wissenschaftlichen Arbeitens, der wissenschaftlichen Recherche und Analyse, der Anwendung wissenschaftlicher Methoden und Problemlösung an den unterschiedlichsten Lernorten incl. Prüfungsvorbereitungen.
Leitbild und Ziele
Das Leitbild des Verbundstudiums der Fachhochschulen NRW ist definiert durch drei zentrale Ziele:
Durch den Verbund von Studium und Beruf bekommen Berufstätige die Möglichkeit, einen qualifizierten Fachhochschulabschluss zu erwerben, ohne dass sie auf ihr gewohntes soziales und berufliches Umfeld verzichten müssen. Die nordrhein-westfälischen Fachhochschulen stellen sich damit der gesellschaftlichen Herausforderung nach lebensbegleitendem Lernen zur Bewältigung des notwendigen gesellschaftlichen Wandels mit einem innovativen Modell beruflicher Weiterbildung und Qualifizierung.
Durch den Verbund der Lernorte verbindet das NRW-Modell das ,einsame‘ und selbstständige wissenschaftliche Arbeiten im privaten Bereich mit den Vermittlungs- und Diskussionsprozessen in der Hochschule und den konkreten Fragestellungen und Problemen in der Praxis und im Betrieb.
Mit dem Verbund der NRW-Fachhochschulen zu gemeinsamen Studiengängen und der Verabredung einer hochschulübergreifenden Zusammenarbeit in der Weiterentwicklung von Studium und Lehre steigern die Hochschulen die Effizienz und Qualität der Hochschulausbildung und haben ein innovatives Konzept zur Bewältigung aktueller und zukünftiger Anforderungen.
Mit den Leitbildern des Verbundstudiums sind die folgenden Qualitätsziele in Studium und Lehre verknüpft:
Das theoretische Wissen wird über Selbststudienmaterialien, die entsprechend den Standards und Qualitätsanforderungen der praxisbezogenen Fachhochschulen entwickelt werden, und durch modernste Kommunikations- und Multimediatechnik vermittelt.
Die Vertiefung und Diskussion sowie die Verknüpfung mit dem Erfahrungswissen aus der Praxis erfolgt in den Präsenzphasen in der Hochschule.
Um eine intensive Betreuung und Diskussion zu ermöglichen, erfolgt die Präsenzbegleitung in überschaubaren Gruppen. Innerhalb der Gruppen sollen sich regional organisierte kleine „Lerngruppen“ bilden, die den Stoff und die Problemstellungen im Team erarbeiten.
Alle Studienmaterialien im Verbundstudium werden nach festgelegten Standards und wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie Erfahrungen aus der Hochschuldidaktik und dem Fernstudium aufbereitet.
Es erfolgt eine Qualitätskontrolle der Lernmaterialien und eine kontinuierliche Erfolgskontrolle der Wirksamkeit der Elemente des Verbundstudiums durch die Lehrenden und Gremien, insbesondere durch die Fachausschüsse des Verbundstudiums.
Außerdem gewährleistet der Einsatz der Lerneinheiten an unterschiedlichen Standorten und die Nutzung der Materialien durch andere Lehrende sowie die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation ein schnelles Feedback und ermöglicht eine kontinuierliche Aktualisierung und Qualitätsverbesserung.